Viktor Eduard Prieb - Literatur
Poesie

Die Internetromanze
(poetische Chat-Novelle)

(Das Original auf Russisch)


Nein, Herr! Ich find es dort, wie immer, herzlich schlecht.
Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen,
Ich mag sogar die armen selbst nicht plagen.


Wolfgang von Goethe "Faust"
(Mephistopheles in der Diskussion mit dem Herrn -
"Prolog im Himmel")


Frage nie, wenn es läutet, wem die Stunde schlägt.
Sie schlägt immer für Dich.


Ernest Hemingway, "Wem die Stunde schlägt"


Dieses verdammte Internet! Es saugt einen ein wie der Sumpf. Das ist eine Droge! Ich habe es in meinem alten Leben doch geschafft, alle Süchte und Abhängigkeiten zu vermeiden. Sogar die von Menschen. Sogar von mir nah stehenden Menschen... Ich wusste, dass ich mich sehr leicht von all solchen Sachen hinreißen lassen kann... leidenschaftlich und glücksüchtig sein kann. Und dessen bewusst vermied ich immer alle Glückspiele einschließlich sogar der Lottospiele. Alkohol machte mir keine Angst, weil ich es seit meiner Jugend lernte, mit ihm umzugehen... mich nicht in ihn leidenschaftlich zu verlieben...

Mich aber in die Mädchen zu verlieben - dies war das Einziege wovor ich keine Angst hatte. Und verliebte mich. Und genoss diese Droge. Und ich konnte auf meine beliebigen Genüsse verzichten,.. auf alle Rechte und Freiheiten zu Gunsten meiner Nächsten,.. falls sie es schon so sehr nötig hatten... Aber die einzige, die höchste meiner Freiheiten, ohne die es sich gar nicht zu leben löhnt, - die Freiheit und das Recht darauf, sich zu verlieben, nach eigenen Gefühlen zu leben, sie zu erleben, die Freiheit und das Recht zu leiden... ließ ich für mich unantastbar und konnte sogar meine nächsten Menschen dafür opfern... Und die besten Momente meines Lebens, und meine besten Gedichte sind mit diesen Momenten der Verliebtheit verbunden...

Na ja, mit ihnen hängt allerdings auch die Tatsache zusammen, dass ich seit über zehn Jahren allein lebe und so tue, als ob es mir gefallen würde. Es gefiel mir auch, solange es einen Sinn hatte. Der Sinn bestand darin, dass ich mich verlieben durfte, ohne Angst zu haben jemanden aus meiner nächsten Umgebung zu verletzen... Ich durfte viel und mit Spaß arbeiten, ohne mich duch die routinierten Verhältnisse mit mich umgebenden Menschen ablenken zu lassen... mit ihnen zu streiten, wieder Frieden zu schließen - diese menschlichen Verhältnisse zu unterhalten, wie man es nennt... Meinem Wahrheitssinn folgend, muss ich dazu aber hinzufügen, dass es kaum noch welche bei mir dadurch geblieben sind...

Ich besitze grundsätzlich kein Handy. Ich brauche es nicht. Es gibt keinen, der nach mir suchen würde, und wenn - habe ich einen Anrufbeantworter. Wenn ich mir die heutigen Jugendlichen so anschaue, welche ihre Selbstgespräche auf den Straßen führen, in den U-Bahnen mit ihren Handys ununterbrochen rumspielen, steht mir gleich vor Augen der berühmte Affe mit Brillen aus dem bekannten Fabel. Und wenn sie - um Gottes Willen! - als Fortsetzung solches Spieles jemand anrufen, wissen sie einfach nicht mehr, was sie da rein, in dieses Spielzeug, zu sagen haben. Das ist eine Katastrophe! Wie degradieren menschliche Verhältnisse bei so einer rasanten Technikentwicklung, an die sich Menschen mit ihren trägen sozialen Verhältnissen nicht mehr zu adaptieren schaffen so, wie es in allen vorherigen Jahrhunderten noch der Fall war.. Wie degradierte das einfache menschliche Seelengespräch unter vier Augen wie einst, als es noch gar keine Handys und sogar ein Telefon nicht bei jedem gab...

Mit dem Internet - das ist etwas anderes. Dachte ich jedenfalls so... Das ist für die Arbeit. Das ist informativ und aufklärend. Und außerdem fand ich ihm eine konkrete Verwendung für meine Zwecke. Mich ärgerten schon immer all diese Redakteure, Rezensenten, Lektoren und Zensoren aller Art, sogar als ich meine wissenschaftlichen Artikel veröffentlichte. Meinen, nach der Uni ersten Artikel schrieb ich so toll literarisch, dass der Rezensent verrückt wurde, und drei Jahre brauchte, um ihn auf den seines Erachtens erforderlichen Standart zu bringen, bevor dieser veröffentlicht wurde. Im Ergebnis war dies ein grau-grausamer "Bericht über die gemachte Arbeit". Kein Wissenschaftler liest ohnehin so gern fremde Artikel, und ich mochte danach nicht einmal meinen eigenen, ersten und dadurch geliebten Artikel gerne lesen. Wer führt all diese Standarte, Normen, Regeln, Verbote und Genehmigungen ein?.. Woher kommen all diese Rezensenten und Kritiker, die selbst in der Regel weder schreiben, noch etwas fühlen können?..

Also, im Internet kann man auf eigenen Internetseiten alles veröffentlichen, was er will - im Rahmen geltender Gesetze selbstverständlich - ohne Rezensenten, ohne Redakteure, ohne Zensoren und so Ähnliches mehr. Ich baute meine wissenschaftliche Internetseite auf und veröffentlichte darauf alles, was ich hatte: meine bereits veröffentlichten und auch noch nicht veröffentlichten Facharbeiten... und habe sogar meine Dienste und meine große Erfahrung als einen zahlungspflichtigen Service für deutsche Hightech-Firmen angeboten. Der Service hat allen gefallen und viele wollen ihn sogar in Anspruch nehmen. Mit dem zahlungspflichtigen ist aber etwas problematischer - die meisten versuchen mich als einen kostenlosen Auskunftsdienst auszunutzen, und rauben mir damit nur die kostenpflichtige Zeit.

Ich hatte ja noch ein Buch-Roman zwischendurch geschrieben. Stolz darauf - jeder wäre es wahrscheinlich - gehe ins Internet nach einem Verlag suchen, der mein Buch gleich veröffentlicht und verkauft, sodass ich endlich reich werde. Ich sag' ja: das Internet ist eine nützliche Sache - da drin kann man alles schnell verkaufen, schnell kaufen, schnell zurückgeben... Tausende von Verlagen vorhanden. Gucke mir die Vertragsbedingungen für die Annahme und Veröffentlichung eines Buches, der Lektoren und der Beuteverteilung eingeschlossen.

Sei es mit Lektoren drum, die angeblich besser wissen, wie meine Gefühle und Gedanken in meinem Buch besser geschildert werden sollen... Aber die Beuteverteilung! Das ist ja keine Verteilung - das ist purer Raub. Und es geht sogar nicht um Geld oder um ihre oder meine Habgier... Die Sache ist die: Zehn zu neunzig nicht zu meinen Gunsten zu verteilen, ist für mich beleidigend! Denn ein Buch zu schreiben, ist nicht mal eine Arbeit. Das ist so wie ein Kind zu gebären... So als ob du es gebärst und ihm lange noch Po abwischst, und ein anderer dann von diesem Kind sein Glück hat. Natürlich klar: Marketing und andere Sachen... Na wäre es wenigstens - nur wegen meiner Gütigkeit - zwanzig für den Verlag und der Rest für mich... Also , es ist mir auch hier klar geworden, dass ich mein Buch lieber kostenlos ins Internet stelle. Es ist ja auch so etwas wie automatischer Marketing. Dachte ich...

Baue meine Literaturseite auf. Lade mein Buch drauf hoch. Irgendwie komisch - ein Buch für die ganze Seite... Lade drauf hoch alles, was meine Feder mal zu Papier brachte: Gedichte, Erzählungen, Publizistiken einschließlich deren über die längst vergessene Perestrojka... So viel Text, dass Google - diese allen bekannte und die mächtigste Suchmaschine der Internetwelt keine Chance hätte meine Seite umzugehen. Der Marketing nach dem Motto "Soldat schläft - die Dienstzeit läuft!". Drei Jahre, inklusive des einen Semester andauernden Studiums an meiner Uni in Sachen der Internetkunst, gebraucht, bis dies alles fertig gebracht und ins Netz gestellt habe. Und nun dachte ich mir, jetzt "schlafen", im Sinne meine richtige Arbeit weitermachen zu können.

Eine Doktorarbeit für meinen Freund zu schreiben versprach. Vor vier Jahren bereits zu schreiben begann, seitdem liegt unbeendet und vernachlässigt. In der Schublade sammelte sich eine Menge unveröffentlichter wissenschaftlicher Ergebnisse. Es drängt schon lange, alles aufzuräumen, einpaar Artikel zu schreiben. Einpaar begann auch schon... Liegen nun unbeendet, seitdem ich für ihre Veröffentlichung meine Internetseite fertig mache. Und dann widme ich mich gänzlich meinen Gedichten, dem Buchschreiben - der zweite Teil meines Romans auch nicht zu Ende geschrieben liegt... - widme mich also meiner Lieblingsbeschäftigung, von der ich mein Leben lang träumte. Die Internetseiten muss man ja auch mit "frischem Blut" versorgen, damit sie lebhafter werden. Aktualisieren heißt das in der Internetsprache.

So bin ich da rein geraten... Zu sicher gewesen, dass mir weder Drogen- noch sonst irgendeine -sucht mehr passiert. Begann alles mit Statistiken - wie viele und wer auf meine Seiten gehen. Die Statistiken liefert mir jeden Tag mein Provider, auf den ich dies alles hochgeladen hatte. Jeden Tag fange mit der Überprüfung dieser Statistiken an. Die erste Überraschung gewesen - Google spuckt überhaupt auf meine Seiten: Es sind ungefähr so viele Besucher, wie viele Emails mit Verweisen auf meine neuen Seiten ich an alle sich bei mir während Jahrzehnte gesammelten Emailadressen auf der ganzen Welt abgeschickt hatte. Ändere einpaar Monate lang die Struktur meiner Seiten, Datentyp meiner Dateien und so weiter, und sofort. Google hat meine Bemühungen berücksichtigt, und die Statistiken haben angefangen langsam nach oben zu klettern.

Noch einpaar Monate experimentierte ich rum, indem ich den Charakter von Google und von meinen Besuchern studierte: worauf sie besser reagieren, worauf schlechter, was sie mögen, was sie nicht mögen... Eine feine psychoanalytische Arbeit. Das hat auch etwas gebracht. Und Hauptsache Arbeit... Gerade dieses falsche Gefühl von einer angeblich produktiven Arbeit sorgte dafür, dass meine Wachsamkeit nachließ... So hatte jeder sowjetischer Funktionär gedacht - überhaupt jeder Funktionär-Bürokrat denkt -, dass er arbeitet... Deswegen werden sie auch zu Bürokraten... statt zu arbeiten. Zu etwas Ähnlichem bin auch ich geworden, ohne das überhaupt zu merken.

Am Jahresende verstand, dass der Militärprinzip mit dem schlafenden Soldaten und der ablaufenden Dienstzeit in der modernen Welt mit Handys, Computern und dem Internet doch nicht so richtig funktioniert. Fing sogar an, mir nicht nur meine Internetseiten wie das ganze Jahr davor, sondern auch auf die fremden von nebenan zu schielen. Nebenan schießen Internetplattformen, auf denen jeder genauso alles veröffentlichen darf, ohne sich mit dem Design von eigenen Internetseiten zu beschäftigen, wie Pilze aus dem Boden. Verstanden! Ich muss mein Auditorium erweitern. Marketing eben...

Auf einer von solchen www.rockundliebe.de veröffentlichte einpaar Liebesgedichte. In einem Monat kam darauf zu gucken, wer da drauf und was veröffentlicht... Geguckt... Du meine Güte! Dort veröffentlichen Jungs und Mädels ihre ersten Liebeserfahrungen, und zwar so, wie sie diese untereinander austauschen würden... Nur, sie bauen so ein Stapel aus ihren Sätzen und sind dadurch überzeugt, dass dieser ein Gedicht sei... Wo bin ich denn gelandet?! So mache ich mir noch den Marketing als ein Clown...

Fand noch eine: www.e-stories.de - die ist anscheinend etwas solider. Veröffentlichte einpaar Gedichte, einpaar Auszüge aus meinem Buch-Roman... Überall setzte natürlich die Verweise auf meine eigenen Seiten... Solange du dort als Neuling auf der ersten Seite oben auf der Autorenliste stehst, liest man dich... sogar viele... manche sogar meine Verweise-Links anklicken und auf meinen Seiten landen... Nach einem Monat bist du von den neuen, haufenweise auf die Plattform strömenden, nach Ruhm und Gloria suchenden Autoren auf der Liste ganz nach unten abgedrängt... mit einer Menge Müll zugeschüttet, und die Anzahl deiner Leser schnellt exponential runter... ein Massengrab für die Gloriasuchenden... Die Zeit diese Plattform zu wechseln.

Da erhielt ich plötzlich eine Einladung zur Veröffentlichung von einer netten Internetplattform www.daskleinelesezimmer.de, die mich auf der "e-stories" gelesen hatte. Veröffentlichte einpaar Gedichte und Erzählungen... auch mit Verweisen auf eigene Seiten... Dieselbe Geschichte: einpaar Monate lang lasen, manche sogar auf meinen Seiten gewesen... dann voll "zugeladen"... so begraben, dass keine Begräbnis mehr nötig wäre...

Das schlimmste ist, dass mir jetzt nicht nur die Providerstatistiken von meinen Seiten, sondern auch von all diesen Plattformen abzuschauen gefiel... Es ist also noch mehr von "der Arbeit" geworden, von der ich mich ursprünglich befreien wollte... Ich stehe jeden Morgen auf und verdamme mich für den gestrigen in den Statistiken verbratenen Tag und schwöre, den Computer nicht mehr einzuschalten - keinen Tropfen also ab nun in den Mund zu nehmen... ein Schulheft und einen Kugelschreiber mitzunehmen und in den Park abzuhauen... sich in Gebüsch zu verstecken und Gedichte oder den Roman weiter zu schreiben... ich spucke auf die wissenschaftlichen Artikel!.. ihretwegen muss man wieder in den Computer rein... Während ich mich beschimpfe und beschwöre, ist Computer bereits eingeschaltet und hochgefahren, und ich sitze bereits vor dieser verdammten Kiste, ich - der Statist... Und so jeden Tag... ein Tag nach dem anderen...

Mittlerweile erschienen auch Geldstatistiken im letzten halben Jahr. Es ging ja ursprünglich um den Marketing, um den Verkauf also. Verzweifelt daran, dass irgendein Blöder auf meinen zweisprachigen Aufruf auf meinen deutsch-russischen Seiten: "Internetbesucher, denen mein Roman, Prosa, Poesie gefielen sowie meine anderen wissenschaftlichen und sonstigen Arbeiten informativ und von Nutzen waren, dürfen einen freiwilligen Betrag auf mein Konto, Nummer sowieso, überweisen..." noch reagiert, verstand ich, dass es hier nur durch die Werbung etwas zu verdienen gibt. So wie es die anderen Menschen und ihre Gesellschaften, und nicht nur im Internet tun.

Schloss eine Partnerschaft mit Google ab und platzierte in Hunderten von Textdateien auf meinen Internetseiten Werbungen von Google. Dieser macht seine Milliarden nicht mit seinem allbekannten Suchfenster, wie vielleicht viele denken, sondern mit Werbungen. Alle wissen sehr gut, dass das Internet ohne Google gar keinen Sinn hätte. Niemand und nie kommt ohne Google auf die Milliarden Seiten im weltweiten Internet auf, denen dieses Internet dann zu dem gleichen Massenfriedhof wird, zu dem für mich die Internetplattformen geworden sind.

Google nutzt seine Macht: Alle Menschen und Firmen verstehen, dass sie ohne Werbungen bei Google nichts Wert sind. Google ist der größte Werbungsverteiler auf der Welt. Und er verteilt sie gerne unter den Internetpublischern, die diese dann auf ihren eigenen Internetseiten in die Welt hinaustragen und dafür irgendwelches Geld bei Google kassieren. Welches - kommt ja schon wieder auf die Besucherstatistiken an. Bei mir bringen diese Statistiken - so durchschnittlich - fünf Dollars im Monat. Wenn ich noch zwanzig Jahre lebe (und meine Tante starb fast mit 94), reicht es mir vielleicht für meine Beerdigung. Na bitte! Egal wovon ich spreche, kommen am Ende nur Statistiken und Begräbnisse... wie kann da noch die Rede von Gedichten- und Romanenschreiben sein.

Was allerdings die fünf Dollar angeht, entsprechen diese den Besucherstatistiken, die ich als zusätzliche Leistung für meine Dienste von Google erhalte... Bei meinem zu dieser armseeligen Lebenslage geführten Interesse an Statistiken und meiner professionellen Fähigkeit, alles zu analysieren und zu synthesieren, bin ich schnell drauf gekommen, dass die Google-Statistiken mir nur ein Zentel bis zu einem Zwanzigstel von denen Seitenbesuchern liefert, welche mir die Statistiken von meinem Provider auflisten. So gesehen sollten ja die fünf Dollar im Monat zu fünfzig oder sogar zu hundert Dollar werden!?.. Und es geht dabei nicht um irgendwelche Diskrepanzen zwischen den Berechnungsmethoden der Beiden - bei Google fehlen ganze Länder wie die USA, zum Beispiel, welche bei meinem Provider mit Hunderten von Besuchern manchmal ganz vorne stehen... Nun ja... Von meinem statistisch-großzügigen Provider kriege ich mein statistisches Geld nicht - dem zahle ich ja für den Betrieb meiner Seiten! Das kleine Geld kriege ich doch von dem so kleinzügig-großen Google, welcher für mich mit solchen Fragen überhaupt nicht erreichbar ist. Und wenn ich auf so eine Google-Diebsauerei sauer werde, muss ich wohl wieder auf mich eine Menge "Arbeit" aufnehmen, um all diese Fensterchen mit Google-Anzeigen von meinen Seiten wegzuputzen... Das ist nur so - zwischendurch, damit man deutlicher versteht, wieviel zu tun man hat, wenn man in dieses Droge-Karussell namens "Internet" gerät...

Was bei Google aber besonders gut ist - sein Sonderkonzept für die Werbungen. Mir tat es ohnehin weh, unter oder über jedes meiner Gedichte eine Werbung zu setzen... so ein Unehrlichkeitsgefühl vor dem Gedicht entstand... versuchte sie sogar irgendwo unauffällig zu platzieren... Idiot! Vergaß, dass es dem Hauptsinn jeder Werbung an sich widerspricht. Google'sche Superrechner kämmen dann den Inhalt deiner Seiten durch, um herauszufinden also, um was es sich eigentlich da drin handelt, und platzieren die dem Inhalt deiner Seiten entsprechenden Werbungen aus seinem unerschöpflichen und vielseitigen Werbungskessel automatisch auf deinen Seiten... damit sich das Besucherpublikum nicht ärgert, welches nach etwas Bestimmtes sucht und ihm etwas Anderes zugeschoben wird... auch für uns, publischers, wie ich beruhigend...

Ein Komputer ist an sich - im Sinne eines Haufens von Blech und Halbleitern - natürlich blöd, und seine Werbung spiegelt deswegen nicht immer und nicht ganz den Sinn und das Gefühl mancher meiner Seiten wieder... diese werden jedoch auch nicht von jedem lebendigen Menschen verstanden... was will man da noch von einem Computer, wenn er auch noch so super wäre... Beispielweise, auf meinen deutschen Seiten mit Gedichten auf Russisch und auch noch über die Liebe werden immer wieder - auf die für dieses Google-Konzept natürlichste Weise - russische Mädchen für deutsche Alten angeboten...

Langer Rede kurzen Sinn, man will natürlich diese Geldstatistiken jeden Tag sehen, und diese Geldtropfen zählen... Das ist so, wie es früher mit dem Selbstgebrannten gewesen war, als Männer um einen googlenden Kessel herum saßen und mit Spannung edle Tropfen sammelten... natürlich wird man dadurch leidenschaftlich und süchtig, diese Tropfen am besten mehrmals am Tag zu zählen...

Der irgendwann da gewesene Wille lässt noch in seiner Agonie irgendwo ganz inne von sich wissen, kann aber - tief unter den Statistiken, so wie meine Veröffentlichungen auf den Plattformen auch, begraben - nichts mehr ausrichten. Das schlimmste - im Vergleich zum Alkohol, zum Beispiel - ist, dass sich das Gehirn nicht abschaltet, während du im Internet bist... es wird da drin nicht gebraucht und grübelt so ungestört vor sich hin nach... weder das Gehirn, noch die Gefühle werden im Internet gebraucht ... Dachte ich... Und wenn dieses nicht abgeschaltet und nicht gebraucht bleibt, foltert es mich mit allerlei Fragen über so ein Internetleben... Das Leben geht an dir in der Kiste vorbei... keine Zeit mehr raus zu gehen... inzwischen auch nirgendwohin mehr, im Sinne - zu Niemandem... kaum noch irgendwelche Kontakte geblieben. Hier ist es doch wie bei der Militär - aufstehen... hinlegen,.. aufstehen... - hinlegen... Und die Jahre vergehen...

Es ist ja schon fünf Jahre her, als ich das Buch geschrieben hatte... neun Jahre her, als ich die letzten Liebesgedichte schrieb... die durch meine letzte, in einer Tragödie gemündete Verliebtheit geborenen Gedichte... Und das Verhängnisvollste: Ich verstand auf einmal in meiner geistigen Armseeligkeit, dass ich alt geworden bin! Noch nie hatte ich so etwas gefühlt. Wie kann man so etwas fühlen, wenn die Fähigkeit sich zu verlieben und die Fähigkeit Gedichte zu schreiben und zu leiden da sind... und wenn du stechende Schmerzen nicht in irgendwelchen Körperorganen sondern in der Seele verspürst, falls du SIE einen Tag nicht siehst... oder SIE einen Tag lang nichts antwortet...

Und lieben will man doch noch so sehr! Weil man noch nicht glauben will, schon verstorben zu sein... ich glaubte daran bereits in meinem Alter von dreißig, von vierzig und sogar von fünfzig Jahren... jedes Mal, als es mir - nach einer meiner nächsten Verliebtheitskatastrophen schien, sie wäre die Letzte... Aber das Gehirn ist immer noch nicht abgeschaltet, weil es nicht verliebt ist... weil es immer noch fähig bleibt, mit einer kalten Grausamkeit zu analysieren und zu resümieren: "Zu wollen ist nicht verboten... verboten ist, all diese Mädchen um dich herum mit deiner alternden Liebe zu belästigen..."

Von wem - von welcher modernen Inquisition - verboten, sagt das Gehirn nicht! Aber als ein irgendwann gewesener Mitglied der Gesellschaft begreifst du auch ohne Gehirn, dass dies von dieser Gesellschaft verboten ist... es ist nicht sittig so... keiner macht so etwas... was sagen Menschen dazu... dieselben andere Menschen... es ist zwar richtig, dass alle Alten an dasselbe denken und dasselbe wollen, aber sie alle haben Angst, so etwas sogar zu äußern, geschweige denn ihre Gefühle zu zeigen... am besten, ein unvolljähriges Mädchen in Russland oder in Taiwan heimlich zu kaufen... beispielsweise durch die Google-Anzeigen auf meinen liebespoetischen Internetseiten... Präzedenten in der Geschichte? Wenn interessieren sie schon?! Das ist für große Künstler, die nicht von dieser Welt sind, um sich für sie und nicht für die Spekulationen mit ihren Kunstwerken zu interessieren... und die sind einzelne, um die Regel zu ändern... die Spielregeln... Die Regeln welches Spieles denn? Des Steinigens auf den Straßen unserer durch die tausendjährige, die höchste und die humanste auf der ganzen Welt christliche Kultur zivilisierten Städten?.. Des Begräbnisses der noch Lebenden?!!!...

Dieses ganze Durcheinander hilft wenig... Du siehst diese an dir vorbei eilenden Mädchen und begreifst deutlich - sie sind wie hinter einer Glaswand, hinter die sie diese moderne Inquisition für uns Alten hinsteckte... in ein Aquarium mit einer großen Überschrift: "Nur gucken! Nicht anfassen!". Sie selbst ja, durch die humanste Inquisition der Welt erzogen, werden verrückt und sich kaputt lachen, wenn du ihnen mit deiner Liebe ankommst... Na, ja-a-a... Und wozu brauche ich dann überhaupt noch dies alles... diese verdammte Kiste... dieses verdammte Internet... meine Internetseiten, die in diesem Internetmüllhaufen sowieso durch Milliarden von anderen Seiten voll zugeschüttet und begraben sind... und sogar diese google'schen, "selbstgebrannten" beleidigend-konzeptuelle Tropfen...

Den Komputer in diesem Zustand auszuschalten, bringt auch schon nichts mehr. Alles ist sowieso bereits verkokst und verkrustet im Kopf, in der Seele... entweder durch das Internet oder durch das Alter... wer sagt es, dass ein Mensch, der nicht mehr das Recht zu lieben haben kann oder darf, kann noch etwas Anderes machen... Doktorarbeiten schreiben... oder Gedichte... oder Bücher... Alles eine fatale Selbstlüge! Ich kann sowieso nichts mehr... die Ladung verklemmt... auf den Müllhaufen mit mir! Das Einzige, was geblieben wäre, in Internetstatistiken zu sterben!..

Grade in diesem Zustand hat mich im Internet meine Schulkameradin gefunden... Die Sache war die, ich - meine Seiten bei einem meiner nächsten Male anschauend - fand darauf eine Google-Anzeige als ein einfaches Link www.odnoklassniki.ru ("Klassenkameraden")... Auch, wahrscheinlich, nach dem Google-Prinzip: "Wenn schon die russische Schreiberei auf einer deutschen Seite, passt hier eine russische Internetplattform genau richtig...?

Klicke das Link an, eher in der heimlichen Hoffnung, einpaar Cent für mich selbst zu bewirken. Dort ist das ganze Russland nach seinen Gebieten, Regionen und Siedlungen-Dörfern aufgeteilt und aufgelistet. Aus purer Neugier: "Es ist doch unmöglich, dass meine Dorfschule aus dem tiefstsibirischen Arsch der Welt hier auch präsent ist!" kriche ich in die Tiefe Sibiriens hinunter... Und sieh da!.. sie ist doch auch dabei! Ich - hinein... drin - keiner... registriere mich - eher so aus Scherz - als der Erste und gleichzeitig der Letzte, ohne genauerer zu studieren, was diese Plattform für Möglichkeiten eigentlich sonst so bietet... sich zu Veröffentlichen jedenfalls - gar keine... dann ist es doch klar, dass ich mich registrierte und diese Angelegenheit einfach vergaß... welche Statistiken denn, wenn ich dort alleine und nicht einmal veröffentlicht bin.

In einer Woche finde unter meinen Emails eine Nachricht darüber, dass ich dort irgendeine Nachricht hätte... Abzuholen - nur den im Text erhältlichen Verweis anzuklicken... ich klicke diesen an... dort - ein Mädchen aus der Klasse ein Jahr tiefer als meine, in die ich fast verliebt war... fast, weil ich mich zu der Zeit in eine andere verliebte... Sie ist zwar - naturgemäß - ein Jahr junger als ich geblieben... trotzdem verspürte ich stark, dass mein Krustenpanzer in der Seele, im Hirn und sonst noch wo zu wackeln und zu knistern begann... Wir fingen einen Briefwechsel an, was ich sonst eigentlich längst abgeschafft hatte - stört nur in der Sache...

Begann auch, die Klassenkameraden-Plattform zu besuchen... gucke - sie hat dort für irgendwelche Zwecke eine Reihe von ihren Fotos ausgestellt... aber es ist doch angenehm diese anzuschauen... was für eine Unterhaltung, wenn man das Gesicht nicht sieht... vergrößerte ein Foto und merkte, dass man das Foto auch noch benoten soll oder kann oder darf... benote... und schnell auf meine Seite - meine Fotos zu platzieren. Damit sie wüsste, dass ich auch, ebenfalls naturgemäß, so ein Jahr älter als sie geblieben bin, setzte ein Foto, wo ich - der Opa, mein sehr geliebter Enkelsohn und seine Oma auf meiner Terrasse in einer Gartenschaukel sitzen...

Aber sie brauchte das alles gar nicht... sich als sehr weises Mädchen erwies... und sich sehr in meine Seiten mit Gedichten verliebte... Auf der Statistiklandkarte war Russland ein weißer Fleck - und Deutschland, zum Beispiel, voll mit den meine Leser und ihre Städte-Dörfer markierenden Flecken bedeckt, obwohl es auf meiner Literaturseite besonders in der Poesie mehr als die Hälfte auf Russisch geschrieben steht ... Russland dagegen sah internetmäßig wie die Saharawüste aus, in der nur zwei Siedlungsfleckchen zu sehen waren: Moskau - so knapp über zehn Menschen und St Petersburg - mal drei, mal vier Besucher (alles in dem Falle nach Google-Statistiken muss man jetzt allerdings unterscheiden). Und da erschien plötzlich Königsberg-Kaliningrad auf dieser Wüstenstatistikkarte... und nicht mit einem, sondern mit jedem Tag mit immer mehreren Besuchern, deren Zahl zeitweilig sogar bis auf dreizehn aufstieg...

Wir näherten uns so gut an, dass ich ihr meinen verkrusteten Zustand geschildert habe... Du darfst ja mit keinem Bekannten, nicht mal mit Freunden, nicht mal mit intellektuellen Freunden über die Altersprobleme reden, die ich oben beschrieb. Aber mit ihr durfte ich es... Und was denken sie!.. Sie schreibt, etwas Ähnliches bei mir bereits geahnt und vermutet zu haben, und verordnet mir ein Rezept gleich oben drauf: "Du sollst dich verlieben!.."... Weises Mädchen, sagte ich ja... auch noch mit Humor... mit bösem aber... oder vielleicht doch mit gutmütigem?..

Und dann passierte im Internet etwas absolut Unmögliches... In den Mails von "Klassenkameraden" - eine Nachricht für mich... ich - bereits ein erfahrener "Klassenkamerad" - klicke, ohne lange zu lesen, den Verweis an, mich unterwegs darein darüber wundernd, wer das denn überhaupt sein könnte, wo wir dort nur zwei auch noch keine richtigen Klassen-, eher Schulkameraden sind... und unterhalten uns schon lange durch normale elektronische Post...

Lande dort... suche nach eine Nachricht... keine vorhanden... stattdessen eine merkwürdige Kombination: links ein ganz junges Mädchen von einer wunderbaren Schönheit - eher von einer wunderbaren Anziehungskraft, denn wer braucht schon eine Schönheit, hinter der keine Seele steckt, die eben so anziehen kann - dann ein Kreis mit einer Eins drin und mein Foto mit dem Enkelsohn... früher oder später begreife ich, dass jemand - und anscheinend gerade dieses Mädchen - dieses meiner Fotos benotet hat... unter ihrem Foto blinzelt einladend ein Fensterchen-Link... Aber ich brauche ja bereits keine blinzelnde Einladung - ich kann bereits meinen Blick von ihr nicht abwenden... klicke das Link an und lande auf der Seite dieser Wundermädchen...

Sie ist 19 Jahre alt - bei "Klassenkameraden" geben alle (und ich auch mit meinen 56) ihr Alter an, so dass alle dieses auch gleich sehen können... irgendein für die russische Sprache merkwürdiger Name... noch einige Fotos... Von einem, schwarz-weißen schaute sie mit ihrem etwas zu Seite geneigtem Köpfchen mit so einem für mich nie davor da gewesenen, unmenschlich gutmütigen, "keinen lebendig begrabenden", durchdringenden und frauenüblich - unabhängig von ihrem Alter - weisem Blick ganz tief in mich hinein, sodass ich ganz weich geworden bin, und meine ganze Kruste verdampfte!.. ohne Krach und sogar ohne Geräuschel... übrigens hörte ich sowieso nichts mehr und sah auch nichts mehr außer Ihr!..

Und nur noch mein einziger, noch lebendiger, kaum irgendwo in der Brust pulsierender Wunsch da war, in dieser breit aufgeschlagenen, menschlichen und bodenlosen Augen hinein zu tauchen und dort drin zu sterben!.. sich in diesem Ozean der Liebe zu ertrinken, welchen diese Augen zu verbergen suchten... aber solche Augen können nichts verbergen... auch die in diesem Ozean plätschernde Angst davor nicht, dass irgendeiner diesen Ozean entdeckt, in den hineintaucht und ihr Schmerzen zufügt, und ihr weh tut... In ihren flehenden Augen und in verhaltenem, kaum wahrzunehmendem Lächeln auf ihren etwas aufgesprungenen und in ihrer Ausdrücklichkeit und in ihrer Empfindsamkeit seltenen Lippen, stand eine ganz leise Bitte: "Nur tun sie mir bitte nicht weh..."... deswegen wechselte mein unüberwindlich-verrückter Wunsch, in diese Seele hinein zu tauchen, in Sekundentakt zu dem Wunsch, diese Seele, diese Augen, diese Lippen, dieses Wunder vor jedem Schmerz und vor jedem Leid zu schützen... meinen Atem ganz anzuhalten und sie durchs Flüstern der Gedichte - durch welche kein Staubkörnchen der sogar den einfachen... und sogar den jungen Menschen so viel Leid, Bitterkeit und Schmerz... und Schmerz!.. bringenden Exkrementen menschlicher Seele durchdringt ...

Es war mir so, als ob vor mir die Jungfrau Maria selbst erschien, um mich zu retten... ich vergaß sogar, mich in sie in dem üblich-normalen Sinne zu verlieben... Wie kann man sich in die Jungfrau Maria verlieben?.. Dies wäre dieselbe oder der oben beschriebenen ähnliche, vom Christentum und seiner Kirche, und ihrer Inquisition verbotene Ketzerei.. Man kann sie nur vergöttern... so vergötterte ich sie auch von dem ersten Augenblick an, als ich sie sah...

Ich verstand auch, warum sie das Foto und auch noch so hoch benotet hatte... Weil dort mein fünfzehnmonatiger Enkelsohn mit einem Engelgesicht oder selbst mit dem Gesicht vom Christus in seiner Kindheit saß und - seine Lippchen aufgeblasen - mit einem Stift vor sich hin stich, als ob er den Vogel, welcher gleich aus dem Fotoobjektiv rausfliegen sollte, drauf aufzuspießen beabsichtigte... Na wie kann die Jungfrau Maria ihren Sohn verpassen... oder einfach eine Jungfrau - diese Jungfrau - dieses Engelkind verpassen, die Liebe zu welchem und er selbst schon längs in ihr schlummern, von Heiligem Geist in ihrem Inneren eingesiedelt... Und das, was um dieses Kind herum war, merkte sie gar nicht... oder es hinderte sie wenigstens nicht daran, auf diesen Engel aufmerksam zu werden und ihn zu benoten...

Wie ein Zombie durch ihre Seite nach unten wandernd, entdeckte ich noch eine Eigenschaft von "Klassenkameraden" - ein Fensterchen mit der Überschrift "Forum", das mir die Möglichkeit bietete, gleich ein Kontakt mit dieser Gottheit aufzunehmen... O Götter, meine kummerfreien olympischen Götter!.. stotternd presste ich aus mir in dieses Fensterchen hinein das Einzige, was mir einfiel, um sie von vorne weg vor möglichen Enttäuschungen zu schützen:


"Danke für die Note. Leider wachsen sie und werden zu Erwachsenen viel zu schnell - mein Enkelsohn ist bereits fast sieben Jahre alt"

(14:45)



Geschrieben und schloss gottfürchtig "Klassenkameraden"... schlich mich in meine Statistiken hinein und fühlte auf einmal so einen Abscheu zu denen... wie kann man es!?.. wie kann man so primitiv und blöd leben, während in der Welt - in meiner Welt! - noch solche Wunder möglich sind!.. Schloss die Statistiken, fast die Maus dabei zerquetschend, und ging wieder auf "Klassenkameraden"... und versank... und versank in ihren Augen... und die irgendwann, irgendwo drin abgestorbenen Gedichte begangen in mir bereits zu brodeln... und ich konnte nicht einschlafen... die ganze Nacht lang standen vor mir diese Augen und diese Lippen... Herr Gott! Wann passierte mir so etwas zum letzten Mal?.. aber nie... es gab nirgends dieses "irgendwann"... ich werde gerade vor meinen eigenen Augen in Wehen geboren...

Es flattert Leidenschaft in mir
Wie an der Brust erwärmtes Küken!
Ich werde schreiben nun zu Dir
Von mir Sonette über Glücke.

Um morgen Dich damit zu preisn
Mit meinen nachts gebornen Reimen.
Vielleicht erschein' Dir dann in Träumen -
Das wär' für mich der beste Preis!

Die Nacht entflieht mir ohne Schlaf,
Der Mond schaut hier mit Leid hinein...
Mich wärmt Erinnerung an Deins,
Daran, wie Dich am Tage traf!

Ich gebe zu, ich such die Treffen,
Und finde Seelenfreude dran
Ich flattre unter Innendrang
Und bin bereit mich unterwerfen.

Du merkst das nicht, als heimlich ich -
Von Dir erwärmt in den Gefühlen -
Verschwinde wieder voller Fülle
Und reim' erneut Sonett für Dich!
Die Liebe ist ein Glück,
Die Liebe - Schicksalsschmuck.
Die Liebe ist ein Traum,
Die Liebe - Sonnenraum.

Die Liebe macht zum Gott,
Mit ihr wird nie man tot.
Die Liebe ist das Licht
Unendlichen Gedichts.

Die Liebe bildet Reich,
In dem man himmlisch reich,
Sie schenkt die ganze Welt,
In der man sich verfehlt.

Man ist dort nie allein -
Was darf schon schöner sein!
Die Liebe ist mein Herbst -
Die Liebe bist Du selbst!...

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .


"Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alle war,
Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar,
Das stolze Licht, das nun der Mutter-Nacht
Den alten Rang, den Raum ihr strittig macht..."


Wolfgang von Goethe "Faust"
(die Vorstellung von Mephistopheles dem Faust)

"... der Radikale Konstruktivismus ist keine Weltanschauung, die beansprucht,
das endgültige Bild der Welt zu enthüllen und eine Denkweise zu sein, die helfen soll,
mit der prinzipiell unbegreifbaren Welt unserer Erfahrung fertig zu werden, und
die - was vielleicht besonders wichtig ist -
die Verantwortung für alles Tun und Denken dorthin verlegt,
wo sie hingehört: in das Individuum nämlich"


Glasersfeld, Ernst von: Radikaler Konstruktivismus.
Frankfurt am Main: Suhrkamp,1997



Ich vergaß. ob es noch Nacht war, oder bereits Morgen... und überhaupt - welcher Wochen- und Monatstag heute ist... es war mir endlich so was von egal!..

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
in schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt -
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

Johann Wolfgang von Goethe "Egmont"



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